Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2024 war die Krypto-Regulierung ein zentrales Thema, das sowohl die politischen Debatten als auch die Finanzmärkte erheblich beeinflusste.
Auch in Deutschland stehen am 23. Februar Wahlen an. Dass das Thema Kryptowährungen dabei ebenso stark in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt, ist zwar nicht zu erwarten. Allerdings sehen Branchenexperten auch bei der Bundestagswahl erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Krypto-Standorts Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Expertenbefragung der Krypto-Nachrichtenplattform BTC-ECHO.
Im Rahmen des quartalsweise erscheinenden Insider Reports wurde ermittelt, was Branchen-Insider von den Bundestagswahlen für den Sektor erwarten und von welchen Parteien positive Impulse für die Branche ausgehen könnten. Auch Jan Altman und Dr. André Dragosch, Investment Strategist bzw. Researchleiter von Bitwise in Europa, wurden hierzu befragt.
Die Regulierung von Kryptowährungen spielte bei den US-Wahlen eine bedeutende Rolle. Die beiden Hauptkandidaten, Donald Trump und Kamala Harris, vertraten dabei unterschiedliche Positionen, die sowohl die öffentliche Diskussion als auch die Finanzmärkte sowie Kryptokurse beeinflussten.
Wenn das bei der Bundestagswahl anders ist, liegt es womöglich auch daran, dass die Regulierung von Kryptowährungen in Europa bereits weiter vorangeschritten ist als in den USA. Der Hauptansatz zur Regulierung wird durch die Europäische Union vorgegeben. Sie hat das Ziel, sowohl die Sicherheit der Finanzmärkte zu gewährleisten als auch Innovation im Kryptomarkt zu fördern.
Ein zentraler Schritt war die Einführung der Markets in Crypto-Assets Verordnung (MiCAR) im Jahr 2024. Diese regelt die Ausgabe und den Handel von Kryptowährungen und schafft einheitliche Standards für die EU-Mitgliedstaaten. Die MiCA-Verordnung umfasst unter anderem:
- Lizenzierungspflichten für Krypto-Dienstleister, die in der EU tätig sind.
- Transparenzanforderungen bei der Emission von Kryptowährungen.
- Schutz der Anleger durch Anforderungen an die Risikoinformationen.
- Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durch die Integration von Krypto-Dienstleistern in die bestehenden regulatorischen Rahmenwerke zur Bekämpfung von Finanzkriminalität.
Die Wirkung von MiCAR auf den Kryptostandort Deutschland wird von den Experten durchaus kontrovers gesehen. So sehen einige für Deutschland im Web3- und Krypto-Bereich einen echten Wettbewerbsvorteil. Jetzt gelte es, diesen Vorsprung zu nutzen und CFOs von Mittelständlern und auch Großunternehmen die Vorteile bereits heute effizienter, voll regulierter Lösungen – beispielsweise Stablecoins oder tokenisierte Wertpapiere – näherzubringen. Für das Treasury oder bei Finanzierungen böten sich Zeit- und Kostenvorteile, die es zu nutzen gelte. Andererseits werden extremen Aufwände und Kosten für eine MiCA-Zertifizierung insbesondere für Start-ups und junge Unternehmen als große Hürden betrachtet.
Neben einer Einschätzung zum Krypto-Standort Deutschland wollte BTC-Echo von Teilnehmenden auch wissen, wie krypto-freundlich sie Deutschlands Parteien sehen. Von den sieben führenden Parteien wird nur von Dreien ein positiver Impact auf den deutschen Krypto-Sektor erwartet – die größten Erwartungen ruhen dabei auf der FDP. Allen anderen vier Parteien traut niemand eine Verbesserung zu. Immerhin ging sowohl bei der SPD als auch der CDU ein Großteil der Befragten (50 beziehungsweise 48 Prozent) davon aus, dass der politische Status quo hinsichtlich Krypto eher unverändert bleibt.
Ausführliche Ergebnisse des Reports finden Sie auf der Webseite von BTC-Echo. Neben den aktuellen Einschätzungen zur Krypto-Politik in Deutschland, wird mit der Umfrage in jedem Quartal auch der Krypto-Optimismus- und der Krypto-Geschäftsklima-Index ermittelt. Damit Umfrage und Auswertungen höchste methodische Standards erfüllen, ist BTC-ECHO mit der IU Internationale Hochschule eine Kooperation eingegangen. Dies geschieht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. David Florysiak von der IU Internationale Hochschule.
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